itsme ist in Belgien ein zentraler Zugang zu Banken, Behörden und vielen privaten Online-Diensten. Deshalb sollte man die App wie eine digitale Identität behandeln und nicht wie ein gewöhnliches Nutzerkonto. itsme verbindet die registrierte App auf dem Smartphone mit einem persönlichen Geheimcode oder biometrischer Bestätigung und verlangt für Aktionen eine ausdrückliche Freigabe.
Mehrfaktor statt einfachem Passwort
itsme bezeichnet die Kombination aus Gerät und persönlicher Bestätigung als Multi-Faktor-Authentifizierung. Für eine Aktion braucht es den persönlichen PIN oder – falls aktiviert – Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
Ein gestohlenes Passwort allein reicht dadurch nicht aus. Der Schutz kann aber umgangen werden, wenn ein Betrüger den Nutzer dazu bringt, eine fremd gestartete Aktion selbst zu bestätigen.
Vor jeder Bestätigung genau lesen
Die App zeigt an, welcher Partner eine Aktion anfordert und ob es beispielsweise um Anmeldung, Datenfreigabe oder Unterschrift geht. Bestätige nichts, was du nicht selbst begonnen hast.
Welche Daten verarbeitet itsme?
Nach der Datenschutzinformation gehören dazu Identitätsdaten, Sicherheitsinformationen zu Smartphone und SIM-Karte, Registrierungsdaten und Informationen zu bestätigten oder abgelehnten Transaktionen. itsme verwendet nach eigenen Angaben auch Länderinformationen zum Standort für Sicherheitszwecke.
Die für die App-Nutzung erfassten Daten sollen nicht für Direktmarketing eingesetzt werden.
Warum bleibt die Aktionshistorie erhalten?
itsme führt eine Historie der Aktionen, damit Nutzer nachvollziehen können, welche Dienste bestätigt oder abgelehnt wurden. Bestimmte Transaktionsdaten können laut Datenschutzinformation zu Beweiszwecken bis zu zehn Jahre nach der letzten Nutzung aufbewahrt werden.
Speicherung und Verschlüsselung
itsme erklärt, personenbezogene Daten verschlüsselt in einem gesicherten Rechenzentrum innerhalb der Europäischen Union zu speichern und Daten auch bei der Übertragung zu verschlüsseln. Das Unternehmen verweist zudem auf ISO-27001-Zertifizierung und europäische Regeln wie eIDAS und DSGVO.
Phishing bleibt die größte Alltagsgefahr
Betrüger kopieren Logo, Farben und Formulierungen von itsme und kontaktieren Nutzer per E-Mail, SMS, Telefon oder soziale Medien. itsme warnt ausdrücklich davor, auf solche Aufforderungen zu reagieren.
itsme ruft nicht an und verschickt keine Nachrichten, um Nutzer zur Bestätigung einer Aktion, zur erneuten Eingabe von Bankdaten oder zur Reaktivierung eines Kontos zu bewegen.
Verdächtige Nachricht erhalten?
Wenn du keinen Link geöffnet, keine persönlichen Daten oder itsme-Codes geteilt und keine Aktion bestätigt hast, ist dein Konto nach Angaben von itsme weiterhin sicher. Melde die Nachricht und lösche sie anschließend.
Hast du Bankdaten eingegeben, kontaktiere sofort deine Bank. Bei einer unberechtigten itsme-Aktion solltest du den offiziellen Support nutzen und das Konto gegebenenfalls sperren.
Was tun bei einem angeblichen Bankanruf?
Lege auf, wenn ein unerwarteter Anrufer verlangt, dass du etwas in itsme bestätigst. Rufe die Bank, Behörde oder Organisation anschließend über selbst recherchierte offizielle Kontaktdaten zurück.
itsme blockieren
Das Konto kann über App oder Website blockiert werden. In der App befindet sich die Funktion im Bereich Sicherheit und Datenschutz. Eine Sperre ist sinnvoll, wenn du verdächtige Aktivitäten siehst oder glaubst, dass jemand versucht, dein Konto zu übernehmen.
Sechs Sicherheitsregeln
- Bestätige nur Aktionen, die du selbst gestartet hast.
- Gib PIN und itsme-Codes niemals weiter.
- Schütze das Smartphone mit sicherer Gerätesperre.
- Installiere itsme nur aus offiziellen App-Stores.
- Prüfe die Internetadresse einer Bank oder Behörde vor dem Login.
- Halte Betriebssystem und App aktuell.
Ist itsme sicher?
Die technische Architektur bietet starke Schutzschichten. Der wichtigste verbleibende Risikofaktor ist Social Engineering: ein Betrüger versucht, den Nutzer selbst zur Bestätigung zu bewegen. Deshalb ist die wichtigste Regel, niemals eine unerwartete Aktion zu akzeptieren.
Aktuelle Hinweise findest du bei itsme zum sicheren Gebrauch und in der deutschen Datenschutzinformation.
Weitere deutschsprachige Belgien-Guides findest du in unserer Technik-Rubrik.




